Weiterentwicklung integrativer Arbeitsmöglichkeiten

PROJEKTDOKUMENTATION

Informationen zum abgeschlossenen Aktion Mensch-Projekt der BAG UB „Weiterentwicklung, Erprobung und Evaluation integrativer Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung unter Berücksichtigung der Chancen und Grenzen des Persönlichen Budgets“

In diesem Bereich unserer Homepage finden Sie:

  • eine Kurzbeschreibung des beendeten Projekts
  • Informationen zum im Rahmen des Projekt erstellten Praxisbericht „Handlungsansätze zur kooperativen Gestaltung integrativer beruflicher Teilhabeangebote“
  • die Möglichkeit zum Download der „Handlungsansätze“
  • die Möglichkeit zum Download der Ergebnisse verschiedener Fachveranstaltungen im Rahmen des Projekts

Kurzbeschreibung des Projektes

Im Juli 2008 beendete die BAG UB das Aktion Mensch-Projekt „Weiterentwicklung, Erprobung und Evaluation integrativer Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung unter Berücksichtigung der Chancen und Grenzen des Persönlichen Budgets“ (Im Folgenden abgekürzt: Integrative Arbeitsmöglichkeiten und Persönliches Budget).

Das Projekt war im Oktober 2005 gestartet mit dem Ziel,

  • innovative integrative Angebote zur beruflichen Teilhabe zu evaluieren sowie ihre Weiterentwicklung und bundesweite Verbreitung zu fördern,
  • regionale integrative Angebotsstrukturen zur beruflichen Teilhabe durch Netzwerkbildung und –förderung zu unterstützen
    und
  • dabei insbesondere die Frage zu beantworten, welche Möglichkeiten das Persönliche Budget aktuell in der Praxis bietet (und in der Zukunft bieten kann), damit leistungsberechtigte Personen dem Wunsch- und Wahlrecht entsprechend individuell geeignete integrative Unterstützungsangebote erhalten.

Die Ergebnisse des Projekts sind jetzt bei der BAG UB erhältlich. Sie umfassen insbesondere den Projektbericht „Persönliches Budget für berufliche Teilhabe“ sowie die „Handlungsansätze zur kooperativen Gestaltung integrativer beruflicher Teilhabeangebote“. [Links] Verfasserin beider Texte ist die Projektkoordinatorin Berit Blesinger. Für Fragen oder Rückmeldungen zu den Projektergebnissen können Sie sich gern in der Geschäftsstelle der BAG UB an sie wenden.
Die BAG UB bedankt sich bei der Aktion Mensch, die die Durchführung des Projekts ermöglicht hat.

Praxisbericht: Handlungsansätze zur kooperativen Gestaltung integrativer beruflicher Teilhabeangebote

Ein zentraler Bestandteil des Aktion Mensch-Projekts „Integrative Arbeitsmöglichkeiten und Persönliches Budget“ der BAG UB war die Förderung regionaler integrativer Angebotsstrukturen. Ziel des Projekts war es an dieser Stelle, die Verbreitung und Weiterentwicklung innovativer Teilhabeangebote zu unterstützen und dabei regionale Netzwerke zu fördern, die flexible, bedarfsgerechte Angebotsstrukturen begünstigen. An den Projektstandorten Hamburg und Nürnberg/Erlangen wurden in diesem Zusammenhang u.a. gezielt Netzwerke mit dem Themenschwerpunkt Persönliches Budget initiiert, die den verschiedenen Beteiligten (Leistungsträgern, Leistungserbringern und Einrichtungen der Selbstvertretung von Menschen mit Behinderung) die Gelegenheit zum Austausch über die praktische Umsetzung des Persönlichen Budgets in der Region gaben.

Mit den im Rahmen des Projekts erarbeiteten „Handlungsansätzen zur kooperativen Gestaltung integrativer beruflicher Teilhabeangebote“ liegt nun ein Diskussionsbeitrag vor, der die Erfordernisse einer konsequenten regionalen Vernetzung von Leistungsanbietern und Koordinierung von Teilhabeangeboten deutlich hervorhebt und damit die Projekterfahrungen in diesem Bereich auswertet. Der Beitrag fasst zunächst die Leitlinien integrativer Unterstützungsarbeit zusammen (personenzentriertes Vorgehen, Integration/Inklusion statt Aussonderung) und benennt damit zusammenhängende Qualitätskriterien integrativer Unterstützung (u.a. individuelle, ressourcenorientierte Hilfeplanung; Anpassung des Lernumfeldes, der Lerninhalte sowie der Lernmethoden an die lernende Person; fachlicher Austausch mit anderen Leistungsanbietern und Weiterentwicklung/ kund(inn)engerechte Flexibilisierung des Angebots; Gewährleistung barrierefreier Rahmenbedingungen inkl. leichter Sprache). Anschließend wird gezeigt, dass Leistungsanbieter die benannten Leitlinien und Qualitätskriterien integrativer Arbeit in der Praxis nur dann konsequent umsetzen können, wenn die Leistungsangebote gezielt miteinander vernetzt und tragfähige Kooperationsbeziehungen aufgebaut werden. Auf Leistungsanbieter integrativer Unterstützungsangebote kommt die Aufgabe zu, den kontinuierlichen Wandel der regionalen Angebotsstrukturen und Anbieterlandschaften aktiv und in Kooperation so zu gestalten, dass die Unterstützung behinderter Menschen zur umfassenden gesellschaftlichen Teilhabe den individuellen Erfordernissen entsprechend flexibel, ggf. auch einrichtungsübergreifend gewährleistet werden kann. Dies erfordert die Einbindung der verschiedenen Anbieter integrativer Unterstützungsleistungen in ein lebendiges regionales Netzwerk – nur so kann der Wandel regionaler Angebotsstrukturen im Sinne der Leistungsberechtigten bedarfsgerecht gestaltet werden.

Abschließend wird anhand von drei bereits existierenden regionalen Kooperationsmodellen (Hamburg, Nürnberg/Erlangen und Gießen) gezeigt, wie ein systematischer Zusammenschluss von Leistungsanbietern im Sinne einer verlässlichen und transparenten regionalen Kooperationsstruktur in der Praxis aussehen kann. Die Beispiele zeigen, dass die Weiterentwicklung und Verzahnung von Teilhabeangeboten im Rahmen tragfähiger Kooperationsstrukturen praktisch möglich und vielfältig umsetzbar ist – und zu einer lebendigen, kund/innenorientierten regionalen Angebotsstruktur führen kann, in dem die einzelnen Menschen mit Behinderung und ihre individuellen umfassenden Teilhabewünsche im Mittelpunkt stehen.

Die „Handlungsansätze zur kooperativen Gestaltung integrativer beruflicher Teilhabeangebote“  stehen im Bereich Veröffentlichungen zum Download zur Verfügung.

Praxisbericht: Persönliches Budget für berufliche Teilhabe

Während des Projekts wurde auch der Praxisbericht „Persönliches Budget für berufliche Teilhabe“ erstellt. Lesen Sie hier weiter.

Downloadbereich:

Ergebnisse verschiedener Fachveranstaltungen im Rahmen des Projekts:

  • Dokumentation der Infoveranstaltung Nürnberg vom 29.06.2007.
    Lesen Sie hier weiter.
     
  • Tagungsdokumentation „Persönliches Budget für berufliche Teilhabe – jetzt mitgestalten“ Fachtagung der BAG UB in Kooperation mit der IFD gGmbH, ACCESS Erlangen und der Boxdorfer Werkstatt in Nürnberg, 06./07. Mai 2008.
    Lesen Sie hier weiter.

 Download Projektskizze „Integrative Arbeitsmöglichkeiten und Persönliches Budget“

 

 

Bundesministerium
für Arbeit und Soziales


Initiativprogramm »Job4000«

Logo BMAS


Logo Job4000

Logo Jobs ohne Barrieren

GESAMTBETREUUNG »Job4000«

Logo

Logo FAFLogo  BAG BBW

»Job4000«

Ein Programm zur besseren beruflichen Integration
besonders betroffener schwerbehinderter Menschen

Das Programm »Job4000« war Teil der erfolgreichen Initiative »job – Jobs ohne Barrieren«

Mit der wissenschaftlichen Begleitung und Gesamtbetreuung des Programms „Job4000“ wurden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales beauftragt:

FAF
(Fachberatung für Arbeits- und Firmenprojekte gGmbH),
BAG BBW
(Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke) und
BAG UB
(Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung).

Zielsetzung

  • Mit dem Programm „Job4000“ sollte die berufliche Integration schwerbehinderter Menschen vorangetrieben werden. Zugleich sollte die Bundesagentur für Arbeit bei der Durchführung ihrer gesetzlichen Aufgaben im Rahmen der beruflichen Integration von Menschen mit Behinderung unterstützt werden.
  • Chancen auf dem Arbeitsmarkt setzen vor allem Arbeitsplätze und — für junge behinderte Menschen — Ausbildungsplätze voraus. Außerdem bedarf es häufig einer zielgerichteten Unterstützung beim Übergang schwerbehinderter Jugendlicher von der Schule auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Daher gründete das Programm auf den drei Säulen Arbeit, Ausbildung und Unterstützung.
  • Mit dem Programm wurde zugleich die Ankündigung der Bundesregierung im Koalitionsvertrag vom 11. November 2005 umgesetzt, wonach die berufliche Integration von Menschen mit Behinderung intensiviert und mehr Arbeitsmöglichkeiten außerhalb von Werkstätten für behinderte Menschen geschaffen werden sollen.
  • Nachdem mit der Initiative „job — Jobs ohne Barrieren“ ein breites Bewusstsein für die besondere Situation behinderter Menschen bei den Arbeitgebern geschaffen worden ist, um die Beschäftigungssituation behinderter Menschen generell zu verbessern, zielte dieses Programm auf eine individuelle Förderung der Personen ab, die besondere Schwierigkeiten haben, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Dies waren schwerbehinderte Menschen sowie schwerbehinderte Jugendliche und Schulabgänger.

Beschäftigung

- Neue Arbeitsplätze für schwerbehindert Menschen

  • Es sollten mindestens 1.000 neue Arbeitsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für schwerbehinderte Menschen im Sinne von § 72 Abs. 1 Nr. 1 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch (SGB IX) geschaffen werden.
  • Arbeitgeber, die neue Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen schafften, erhielten eine arbeitsplatzbezogene Förderung über die Dauer von bis zu fünf Jahren. Je Arbeitsplatz wurden höchstens 36.000 Euro (bis zu 600 Euro monatlich) gezahlt. Art und Höhe der Förderung wurden einzelfallbezogen festgelegt.
  • Mit der Förderung sollte erreicht werden, dass ein geförderter Arbeitsplatz auch nach Ablauf der Förderung dauerhaft bestehen bleibt und die Zahl der beschäftigten schwerbehinderten Menschen in dem Betrieb durch den geförderten Arbeitsplatz steigt.
  • Zur Zielgruppe gehörten beispielsweise schwerbehinderte Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung oder mit einer geistigen oder seelischen Behinderung.

Ausbildung

- Neue Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Jugendliche

  • Für schwerbehinderte Jugendliche sollten mindestens 500 neue betriebliche Ausbildungsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt geschaffen werden.
  • Arbeitgeber, die neue betriebliche Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Menschen schafften, erhielten pro Ausbildungsplatz eine Prämie in Höhe von bis zu 3.000 Euro zu Beginn der Ausbildung und bis zu 5.000 Euro nach Abschluss der Ausbildung und gleichzeitiger Übernahme in ein unbefristetes sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Bei Übernahme in ein befristetes sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis wurden bis zu 2.500 Euro gezahlt.
  • Mit der Förderung sollte erreicht werden, dass die Übernahme in ein dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis erfolgt und die Gesamtzahl der Auszubildenden in dem Betrieb durch den geförderten Platz steigt. Eine Prämie bei Übernahme wurde nur gezahlt, wenn die wöchentliche Arbeitszeit im Jahresdurchschnitt mindestens 15 Stunden betrug.
  • Im Rahmen des Programms sollten gezielt die Möglichkeiten der §§ 64 ff. des Berufsbildungsgesetzes genutzt werden.

Unterstützung

- Integrationsfachdienste unterstützen schwerbehinderte Menschen

  • Mindestens 2.500 schwerbehinderte Menschen im Sinne des § 109 Abs. 2 SGB IX, insbesondere schwerbehinderte Schulabgänger, sollten mit Hilfe der Integrationsfachdienste in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert werden (Ausbildung und Beschäftigung). Die Integrationsfachdienste sollten die Möglichkeit haben, sich bereits in der Berufsorientierungsphase zu beteiligen.
  • Die Integrationsfachdienste erhielten bis zu 250 Euro monatlich für jeden Unterstützungsfall für eine Dauer von bis zu 18 Monaten.
  • Mit der Förderung sollte eine dauerhafte berufliche Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt erreicht werden.

Finanzierung und Durchführung

  • Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellte Mittel in Höhe von rund 30 Mio. Euro aus dem Ausgleichsfonds zur Verfügung. Die Länder stellten zusätzlich rund 20 Mio. Euro bereit. Die Bundesagentur für Arbeit hat das Programm durch ihre Fördermöglichkeiten nach dem SGB III zielgerichtet und wirkungsorientiert unterstützt.
  • Die Länder führten das Programm »Job4000« verantwortlich durch. Ansprechpartner für Arbeitgeber waren die Integrationsämter.

Zeitraum

  • Das Initiativprogramm „Job4000“ begann am 1. Januar 2007. Die einzelnen Maßnahmen waren am 31. Dezember 2013 beendet.

Gesamtbetreuung

  • Das Programm wurde verantwortlich von einem Projektträger betreut und evaluiert. [beauftragt waren: FAF (Fachberatung für Arbeits- und Firmenprojekte gGmbH), BAG BBW (Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke) und BAG UB (Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung)]
  • Zu den Aufgaben der Gesamtbetreuung gehörten insbesondere die Dokumentation der geförderten Maßnahmen und deren Nachhaltigkeit, die Organisation von Öffentlichkeitsarbeit, die Erstellung von Berichten, sowie in Zusammenarbeit mit den Ländern, Integrationsämtern und Arbeitsagenturen die Organisation von Regionalkonferenzen und Netzwerken für Erfahrungsaustausch, Benchmarking und Monitoring sowie die Ausarbeitung von Vorschlägen zu möglichem gesetzlichem Änderungsbedarf, insbesondere in den Bereichen Integrationsfachdienste und Übergang Schule/Beruf.
  • Der Projektträger unterstützte die Länder insbesondere, indem er dazu beitrug, dass sich die an dem Projekt beteiligten regionalen Akteure, vor allem die Schulen, Arbeitsagenturen und Integrationsfachdienste, vernetzten, um tragfähige Strukturen aufzubauen.

Abschlussbericht zum Programm »Job4000«

Nachfolgend stellen wir Ihnen den Abschlussbericht zum Programm »Job 4000«, der zur Veröffentlichung freigegeben ist, in vier Teilen zum Download bereit:

BMAS Abschlussbericht Gesamtbetreung Job4000 - ZusammenfassungZusammenfassung (1.945 kb)

BMAS Abschlussbericht Gesamtbetreung Job4000 (3.893 kb)

BMAS Anlagen zum Abschlussbericht Gesamtbetreuung Job4000 (3.290 kb)

BMAS Anlage IV. Länderdarstellungen Abschlussbericht Gesamtbetreuung Job4000 (6.126 kb)

 

 

Agenda der Fraport AG für eine neue Unternehmenspolitik

 

Fachkompetenz in Unterstützter Beschäftigung

Vom 01. Januar 2011 bis 30. Juni 2014 führte die BAG UB das Projekt „Fachkompetenz in Unterstützter Beschäftigung“ durch. 
Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert.

 

Die Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“ besteht aus individueller betrieblicher Qualifizierung (InbeQ) und ggf. anschließender Berufsbegleitung. Sie wurde im Dezember 2008 im Sozialgesetzbuch IX verankert und ist seither fester Bestandteil des Leistungsspektrums für Menschen mit Behinderung zur Teilhabe am Arbeitsleben. Die ersten Maßnahmen starteten im Mai 2009.

Die Zielsetzungen dieser neuen Leistung sind:

  • Mehr Menschen mit Behinderung sollen die Möglichkeit haben, außerhalb von Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) zu arbeiten.
  • Die Unterstützung durch den Leistungserbringer erfolgt individuell und unmittelbar am Arbeitsplatz in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes und in direktem Kontakt mit betrieblichen Vorgesetzten und Kollegen/Kolleginnen (Job Coaching).
  • Die individuelle betriebliche Qualifizierung und die Berufsbegleitung behinderter Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf auf Arbeitsplätzen in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes werden sichergestellt.

Ziel des Projektes war die Mitwirkung an dem in den Gemeinsamen Empfehlungen genannten Ziel „ein einheitlich hohes Niveau der Leistungserbringung zu erreichen“. Dazu wurde die Umsetzung der in § 38a SGB IX definierten Leistungen „Unterstützte Beschäftigung“ fachlich begleitet. Das Projekt richtete sich an Akteure der Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“ (UB) und ihre Praxiserfahrungen im Rahmen der Leistungserbringung.

Es gab folgende Projektbausteine:

Fachaustausch
Die Maßnahme UB war zu Projektbeginn für viele Akteure der Maßnahme ein neues Instrument und beinhaltet neue Methoden und Herangehensweisen. Die Organisation und Durchführung von Fachforen war ein wesentlicher Baustein des Projektes. Das Ziel der Veranstaltungen war der Fachaustausch, die Reflektion der Praxiserfahrungen und die Vernetzung der regionalen Akteure. Der Austausch erfolgte regelmäßig und hatte mit einer breiten Themenpalette einen hohen Praxisbezug. Eingeladen wurden die VertreterInnen der UB- Leistungsanbieter und die UB-Leistungsträger. Die Ergebnisse der Fachforen wurden festgehalten und im projekteigenen Fach-Informations-Pool ( www.bar-frankfurt.de/fip.html) veröffentlicht.

Fach-Informations-Pool
Ein internetgestützter Fach-Informations-Pool (FIP) wurde auf der Homepage der BAR (anknüpfend an die Zuständigkeit der BAR für die Gemeinsamen Empfehlungen nach § 38a SGB IX) als Leistungsträger übergreifender Organisation eingestellt (www.bar-frankfurt.de/fip.html). Auf dem Fach-Informations-Pool stehen relevante Projektinformationen, die sich aus den Projektaktivitäten und der Rückmeldung aus der Praxis ergaben und von den ProjektmitarbeiterInnen der BAG UB aufbereitet wurden.

Didaktisch-methodische Materialien
Ziel dieses Bausteins war es zum einen die vorliegenden Praxiserfahrungen in der Nutzung von geeigneten Materialien zu sammeln und für andere zugänglich zu machen und in einem weiteren Schritt noch fehlende Materialien zu erstellen. Für die Erstellung dieser im Projektverlauf entstandenen sechs Themenhefte wurden jeweils AutorInnen aus der Praxis gefunden, die Erfahrungen mit der UB und/oder Vorläufermodellen besitzen. Folgende Hefte entstanden zu den Themen:

  • „Alle an Bord!“ - Gespräche führen im Kontext der UB
  • „Hier stehe ich im Mittelpunkt!“ - Personenzentriertes Denken und Handeln in der UB
  • „Raum ist Beziehung“ - Sozialraumorientierung und UB
  • „Vielfalt wahrnehmen und anerkennen“ - Migration und UB
  • „Bildung inklusive“ - Projekttaggestaltung im Kontext von UB
  • „Inklusion und berufliche Teilhabe kooperativ gestalten!“ - Leitlinien und Handlungsansätze zur Organisationsentwicklung für Leitungs- und Fachkräfte

Interviews/Betriebliche Beispiele
Ein Anliegen innerhalb des Projektes war es, die Erfahrungen und Sichtweisen von Teilnehmenden der Maßnahme UB, von ArbeitgeberInnen und von betrieblichen Anleitungspersonen zu erfragen und beispielhaft zu dokumentieren. Schwerpunkte waren neben der betrieblichen Qualifizierung der Übergang in die Berufsbegleitung und die dortige Unterstützung. Neben der Beschreibung von betrieblichen Beispielen einer gelungenen Integration sollten auch mögliche Hemmnisse und zukünftige Erfordernisse thematisiert werden. Dazu wurden Interviews mit den ArbeitgeberInnen, den Fachkräften der UB und den unterstützten ArbeitnehmerInnen geführt und auf dem Fach Informations-Pool (www.bar-frankfurt.de/fip.html) veröffentlicht.

Film
Auf Anregung des BMAS wurden im Rahmen des Projektes zwei kurze Filme (Film A etwa 3 Minuten Lauflänge, Film B etwa 12 Minuten Lauflänge) erstellt, die über das Thema Unterstützte Beschäftigung und die Besonderheiten, insbesondere über die Methode des Jobcoaching informieren. Die Rückmeldungen aus der Praxis belegten, dass zu diesem für viele Beteiligte relativ neuen Instrument der Unterstützung am Arbeitsplatz ein großer Informations- und Aufklärungsbedarf besteht. Durch das Medium Film wird eine praxisnahe Möglichkeit der Veranschaulichung geboten.
Die längere Fassung des Films steht auch in Gebärdensprache mit Untertiteln und in Leichter Sprache zur Verfügung. Die Filme sind u.a. über den Fach-Informations-Pool, die Homepage der BAG UB und die Homepage des BMAS anzusehen. Die Filme stehen zum Download bereit und bieten damit einen niedrigschwelligen Zugang zur Nutzung.

Informationsbroschüre Unterstütze Beschäftigung mit dem Persönlichen Budget
Das Persönliche Budget stellt eine besondere Art der Finanzierung z.B. der Unterstützten Beschäftigung dar. Um hierüber zu informieren wurde eine Broschüre erstellt. Das Ziel der Broschüre war es, eine Handreichung über die UB und die Nutzung des Persönlichen Budgets (z.B. im Übergang Schule - Beruf) als eine informative Quelle für Lehrkräfte, Eltern und SchülerInnen. In dieser Broschüre finden sich die wichtigsten Informationen zur Maßnahme Unterstützte Beschäftigung nach § 38a SGB IX. Es wird beschrieben, wie man die Unterstützte Beschäftigung mit einem Persönlichen Budget nutzen kann. Diese Broschüre wurde durch „Mensch zuerst“ in Leichte Sprache übersetzt. Die Veröffentlichung erfolgte auf dem Fach-Informations-Pool (www.bar-frankfurt.de/fip.html). Die Version in Leichter Sprache wurde als Druckversion erstellt und ist über die BAG UB erhältlich.

ArbeitgeberInnen-Veranstaltungen und Handlungsleitfaden
Die UB hat das Ziel für den Teilnehmenden ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zu begründen. Der Kontakt zu ArbeitgeberInnen ist essentiell, um diesem Ziel entsprechen zu können. Ziel des Projektes war es unter anderem, ArbeitgeberInnen vom Nutzen und den Chancen der Maßnahme Unterstützte Beschäftigung zu informieren und sie zu überzeugen, entsprechende Erprobungs-, Qualifizierungs- und letztlich Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen. Ein Projektbaustein bestand daher darin, mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit Kontakte zu Betrieben, Kammern, Arbeitgebervereinigungen, Wirtschaftsforen etc. aufzubauen, diese Kontakte u.a. in Zusammenarbeit mit den regionalen UB-Anbietern und UB-Leistungsträgern zu erweitern und für Informationsveranstaltungen zu nutzen. Zur Planung und Umsetzung der Informationsveranstaltungen wurde im Rahmen des Projektes ein Konzept entwickelt, welches in Kooperation mit Akteuren vor Ort umgesetzt wurde. Es wurde ein Handlungsleitfaden dazu erstellt, um den UB-Leistungsanbietern und UB-Leistungsträgern die zahlreichen Erfahrungen, die im Projektverlauf gesammelt wurden zugänglich zu machen (zu finden unter www.bar-frankfurt.de/fip.html).

Bundesweite Umfrage zur Umsetzung der Maßnahme UB
Um Erkenntnisse zu teilnehmerbezogenen Angaben als auch zur Durchführung zu erfassen, wurde eine bundesweite Umfrage zur Umsetzung der Maßnahme UB bei den Leistungsanbietern durchgeführt, um damit Hinweise zur fachlichen Praxis und Weiterentwicklung zu bekommen. Die Zahlen und Aussagen der Mitgliederbefragung haben große Aussagekraft und geben wertvolle Hinweise auf gelungene Umsetzung und ebenso auf Aspekte mit Verbesserungsbedarf. Die regelmäßige Fortschreibung der bundesweiten Umfrage ist für die nächsten Jahre vorgesehen.

Arbeitsmittel für die Teilhabeplanung
§ 12 der GE UB sieht vor, dass gemeinsam mit dem Menschen mit Behinderung ein Teilhabeplan zu erstellen ist, der nicht nur das Verfahren konkretisiert, sondern auch die frühzeitige Vernetzung beim Übergang von der Individuellen betrieblichen Qualifizierung (InbeQ) in die Berufsbegleitung sicherstellen soll.
Ein spezielles Format ist nicht vorgegeben. Unter Berücksichtigung von Erfahrungen, Anregungen und Forderungen aus der Praxis im Rahmen des Projekts „Fachkompetenz in Unterstützter Beschäftigung“ wurde der Bedarf deutlich, für den Teilhabeplan standardisierte Arbeitsmittel zur Verfügung zu haben.
In Zusammenarbeit von Bundesagentur für Arbeit (BA), Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH), BAG UB und Fachkräften von ACCESS Erlangen/ Nürnberg wurden folgende Arbeitsmittel entwickelt:

  • Leistungs- und Verhaltensbeurteilung für InbeQ im Rahmen der elektronischen Maßnahmeabwicklung der BA (eM@w),
  • Beitrag zum Teilhabeplan – Vorbereitung des Planungsgesprächs
  • Beitrag zum Teilhabeplan – Ergebnis des Planungsgesprächs

Als Ergebnis dieser Entwicklung wurde ebenfalls die bestehende Dokumentationsvorgabe der BA an die Leistungsanbieter vereinfacht und in der EDV-Version der BA angepasst. Die Arbeitsmittel zum Teilhabeplan sind auf dem Fach-Informations-Pool (www.bar-frankfurt.de/fip.html) veröffentlicht.