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Forum Qualitätsnetzwerk JobcoachingAP

Definition - Qualitätsstandards - Qualitätsentwicklung - Fachaustausch

Jobcoaching findet als Methode und Konzept zur Erlangung und Erhaltung der Teilhabe am Arbeitsleben immer mehr Verbreitung und wird in den unterschiedlichsten Zusammenhängen genutzt. Doch welche Inhalte und Standards verbergen sich jeweils dahinter? Inwieweit sind diese vergleichbar? Gibt es gutes und schlechtes Jobcoaching? Lässt sich die Güte von Jobcoaching messen?

Dies waren beispielhafte Fragen bei der Überlegung, Definition und Qualitätskriterien zu Jobcoaching in einem partizipativen Prozess mit den relevanten Akteuren in diesem Bereich zu bestimmen. Ziel war und ist, dass auf einer übergreifenden Ebene Definition und zentrale Qualitätsstandards von Jobcoaching abgestimmt und beschrieben sind sowie als Orientierungs- und Bezugssystem breite Anerkennung finden. Dazu wurde eine Entwicklungsplattform für Praktikerinnen und Praktiker (Leistungserbringer) sowie (potentiellen) Leistungsträgern für die Weiterentwicklung der Qualität von Jobcoaching ins Leben gerufen. So wurde die Basis für ein bundesweites Qualitätsnetzwerk von Jobcoaches mit vereinbarten Standards geschaffen, auf das alle Beteiligte und Interessierte zurückgreifen können.

Auf der Jahrestagung der BAG UB 2017 in Suhl wurden erste Definitionen und Inhalte sowie Angebotsformen von Jobcoaching in einem Workshop mit verschiedenen Akteuren aus dem Handlungsfeld Jobcoaching diskutiert. Anschließend wurde die Gründung eines „Forums Qualitätsnetzwerk Jobcoaching" unter dem Dach der BAG UB beschlossen. Jobcoaching hat ein weites Einsatzgebiet mit heterogenen Anforderungen. Die Akteure (Leistungsanbieter, Leistungsträger und weitere Interessierte) kommen aus den unterschiedlichsten Handlungsfeldern, die sich übergreifend den Bereichen „Arbeitsplatzanbahnung" (Erlangung von Arbeit) und „Arbeitsplatzsicherung" (Erhaltung von Arbeit) für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf zuordnen lassen. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Fachkräfte der Integrationsfachdienste (IFD), der Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung", aus Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM), aus Berufsbildungs- und Berufsförderungswerken (BBW/BFW), aus Berufstrainingszentren (BTZ) sowie um Jobcoaches in freiberuflicher Tätigkeit. Sie sind u.a. in den Arbeitsfeldern Begleitende Hilfen im Arbeitsleben, Übergang Schule-Beruf, Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung", berufliche Rehabilitation sowie Unterstützung von Langzeitarbeitslosen tätig. Dies repräsentiert das breite Interesse und die verschiedenen Möglichkeiten, in denen Jobcoaching grundsätzlich einsetzbar und erfolgreich sein kann.

Im Anschluss an die BAG UB-Tagung 2017 in Suhl organisierte die BAG UB drei Treffen des Forums im Mai und September/Oktober 2018, deren Ergebnisse auf der darauffolgenden Jahrestagung 2018 in Bad Honnef vorgestellt wurden. In dem dort stattgefundenen Workshop des „Forums Qualitätsnetzwerk Jobcoaching“, an dem erstmalig auch die Deutsche Rentenversicherung Bund teilnahm, wurde entschieden, den Begriff „Jobcoaching“ durch ein hochgestelltes „AP“ zu ergänzen (AP=Arbeitsplatz). Die Intention ist, JobcoachingAP als Leistungsangebot mit eindeutig definierten Inhalten erkennbar zu machen und als „Marke" zu setzen. Als zentrales Merkmal von JobcoachingAP sollte – auch in Unterscheidung zur Verwendung des Begriffs in anderen Kontexten – herausgestellt werden, dass es im Wesentlichen im Betrieb am Arbeitsplatz (oder Praktikums-, Qualifizierungs-, Ausbildungs- bzw. Umschulungsplatz) umgesetzt wird.

Definition und Standards von JobcoachingAP sind somit unter breiter Beteiligung aus der Praxis für die Praxis entstanden. Im gesamten Prozess standen und stehen drei zentrale Ziele im Fokus: Der Nutzen für die direkt am Jobcoaching beteiligten Menschen (unterstützte Arbeitnehmer_innen, Arbeitgeber_innen, Kolleg_innen), eine hohe Praktikabilität sowie die Anerkennung durch die zuständigen Leistungsträger. Jobcoaches, die diesen Standards entsprechen, finden im Forum der BAG UB eine Plattform für Qualität und Austausch.

An der Entwicklung waren unterschiedliche, im Arbeitsfeld Jobcoaching tätige Akteure beteiligt: Beauftragende Leistungsträger (wie die Inklusionsämter der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe sowie das Integrationsamt
des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen) sowie erfahrene freiberufliche Jobcoaches und Leistungserbringer wie z.B. IFB - Institut für berufliche Qualifizierung und Entwicklung, Hamburger Arbeitsassistenz und ACCESS Inklusion im Arbeitsleben Nürnberg/ Erlangen/ Bamberg.

Bei der Erarbeitung der Definition wurde zudem mit dem Forschungsprojekt JADE (Jobcoaching definieren und evaluieren; gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales; http://blogs.hawk-hhg.de/jade/) der Hochschule HAWK in Hildesheim eng zusammengearbeitet.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH: https://www.integrationsaemter.de) unterstützt die Zielsetzung des „Forums Qualitätsnetzwerk JobcoachingAP" ausdrücklich.

Im Anschluss an die Tagung in Bad Honnef 2018 wurde ein Redaktionsteam gebildet, das die neuen und breit gefächerten Anregungen aufgriff. Dabei wurden die ursprünglich nach den Handlungsfeldern „Arbeitsplatzsicherung" und „Arbeitsplatzanbahnung" getrennt entwickelten Kriterien wegen ihrer grundlegenden Übereinstimmung zusammengeführt. Im Ergebnis liegen eine Definition von JobcoachingAP, eine Beschreibung des Selbstverständnisses von Jobcoaches sowie definierte Qualitätsstandards von JobcoachingAP vor, die sowohl zur „Arbeitsplatzsicherung" als auch zur „Arbeitsplatzanbahnung" für Personen mit besonderem Unterstützungsbedarf gelten. Sie sind über die Homepage der BAG UB für alle Interessierten zugänglich.

Das Redaktionsteam bestand aus: Jens Hansen (vormals Zentrale Bundesagentur für Arbeit), Thorsten Hirsch (Jobcoach, Ergotherapeut Bc. of Health in OT, Systemischer Berater (SG), IFB - Institut für berufliche Qualifizierung und Entwicklung, Nottuln), Reinhard Hötten (Forschungsprojekt JADE, HAWK Hildesheim), Britta Leßmann (Jobcoach, Systemischer Coach u. Prozessberaterin, Supervisorin SG, Osnabrück), Ilja Lilienthal (Hamburger Arbeitsassistenz) und Jörg Bungart (BAG UB).

Das Forum „Qualitätsnetzwerk JobcoachingAP" der BAG UB hat das Ziel, Definition und Qualitätsstandards für JobcoachingAP nicht nur zu bestimmen, sondern auch weiterzuentwickeln. Das Expertengremium soll weiterhin heterogen besetzt sein um einen Austausch verschiedener Gruppen mit jeweils unterschiedlichen Interessen und Kenntnissen zu ermöglichen:

Zentrale Fragen des Forums „Qualitätsnetzwerk JobcoachingAP" sind z.B.:

Das Forum wird sich zur Bearbeitung der Fragen und zum Fachaustausch regelmäßig treffen. Sie können sich gerne in den E-Mail Verteiler des Forums eintragen lassen, so dass Ihnen die Einaldungen zugesandt werden. Bitte senden Sie eine E-Mail mit dem Betreff "Forum Qualitätsnetzwerk JobcoachingAP"an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Das Forum „Qualitätsnetzwerk JobcoachingAP" bietet folgende Downloads an:

Hinweis: Die BAG UB bietet seit 1998 Weiterbildungen, Beratungen und Moderationen zu den Handlungsfeldern „Unterstützte Beschäftigung – Jobcoaching – Inklusion in Arbeit" an. Weitere Informationen unter: https://www.bag-ub.de/wb