Fach-Informations-Pool (FIP)

„Unterstützte Beschäftigung“

Für wen ist der FIP von Interesse?

Der Fachinformationspool (FIP) ist insbesondere ein Angebot für Fachdienste, die die Unterstützte Beschäftigung (UB) nach § 55 SGB IX anbieten – im Rahmen der Qualifizierungsmaßnahme der „Individuellen betrieblichen Qualifizierung“ (InbeQ) oder der Berufsbegleitung / Arbeitsplatzsicherung nach Abschluss eines Arbeitsvertrages.

Aber auch für andere Leistungserbringer und Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben können die Materialien und Informationen im FIP von Nutzen sein:

  • Berufsorientierung und Übergang Schule – Beruf
  • Übergang Werkstatt für behinderte Menschen (§ 219 SGB IX) und andere Leistungsanbieter (§ 60 SGB IX) auf den allgemeinen Arbeitsmarkt und Unterstützung im Betrieb: betriebsintegrierte Bildungs- und Arbeitsplätze, Budget für Arbeit, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
  • Arbeitsweltorientierte Teilhabe in Betrieben und im Sozialraum für Personen mit komplexem Unterstützungsbedarf (Tagesförderstätten u.ä. Organisationen)
  • Integrationsfachdienste und andere Dienstleister zur Vermittlung in Beschäftigung und zur Berufsbegleitung bzw. Arbeitsplatzsicherung
  • langzeitarbeitslose und andere Menschen mit Unterstützungsbedarfen

Was enthält der FIP?

Hier finden Sie Fachinformationen rund um die Themen Unterstützte Beschäftigung und Job Coaching sowie der personenzentrierten Teilhabe und Sozialraumorientierung:

  • Materialien und Grundlagen zur Durchführung UB – auch in leichter Sprache
  • Arbeitsmittel zum Übergang von der InbeQ in die Berufsbegleitung
  • Fragen & Antworten sowie Umfrageergebnisse zur Maßnahme UB § 55 SGB IX
  • Filme und andere betriebliche Beispiele
  • Informationen für Arbeitgeber_innen

sowie

Quellen - Entstehungshintergrund

Die vorliegenden Inhalte und Informationen wurden im Projekt der BAG UB „Fachkompetenz in Unterstützter Beschäftigung" (2011 – 2014) erstellt und werden im laufenden Projekt der BAG UB „Unterstützte Beschäftigung – Nachhaltigkeit und Qualitätssicherung“ (2015 – 2019) ergänzt und weiterentwickelt.

 Supported Employment in den USA

  • über 3700 Supported Employment Projekte
  • über 150.000 Menschen mit Behinderungen in unterstützter Beschäftigung
  • insgesamt ca. 300.000 Menschen mit Behinderungen in integrativen Maßnahmen
  • dies sind ca. 10-20% der insgesamt unterstützten Menschen mit Behinderungen
  • in 13 Jahren

Links

World Association of Supported Employment 

Downloadbereich

Doose, Stefan: Supported Employment für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen in den USA

 Download: Supported Employment in den USA (235 KB)

 Download: Supported Employment in den USA (194 KB)

 

Qualitätsstandards für Unterstützte Beschäftigung

1. „Handbuch Qualitätsstandards für Unterstützte Beschäftigung“

Der Europäische Dachverband für Unterstützte Beschäftigung (EUSE) hat 2004 ein Handbuch Qualitätsstandards für Unterstützte Beschäftigung veröffentlicht (deutsche Fassung: 2007).
Diese Standards dienen den Anbietern der Unterstützten Beschäftigung als Leitfaden, um ihre Dienstleistungen zu optimieren, einheitliche europäische Bezeichnungen bezüglich Unterstützter Beschäftigung zu etablieren und bewährte Praktiken zu propagieren.

Diese Veröffentlichung soll ferner zu einer Vereinheitlichung der Dienstleistungsangebote in ganz Europa beitragen und ein Maßstab für sämtliche Maßnahmen der Unterstützten Beschäftigung sein.

Selbstverständlich gibt es in den einzelnen europäischen Ländern Unterschiede hinsichtlich Kultur, Arbeitsmarktpolitik, Wirtschaft und Gesetzgebung. Jedoch sind die zugrunde liegenden Werte und Prinzipien der Qualitätsstandards übertragbar und ungeachtet dieser Unterschiede relevant.

Die Qualitätsstandards in Unterstützter Beschäftigung stehen Ihnen nachfolgend in deutscher und englischer Sprache als Download zur Verfügung.

Download: Qualitätsstandards deutsche Fassung (275 KB)

Download: Qualitätsstandards englische Fassung (229 KB)

2. „Europäischer Werkzeugkoffer für Unterstützte Beschäftigung“

Der Werkzeugkoffer (englische Fassung: 2010 / deutsche Fassung: 2012) ist eine Weiterentwicklung und Konkretisierung der 2004 veröffentlichten Qualitätsstandards der EUSE (siehe oben: „Handbuch Qualitätsstandards für Unterstützte Beschäftigung“).

Basierend auf dem in den Qualitätsstandards entwickelten 5 – Phasen – Modell der Unterstützten Beschäftigung wurden hier 11 Positionspapiere zu zentralen Aspekten der Unterstützten Beschäftigung und 5 konkrete Umsetzungsleitfäden für Unterstützte Beschäftigung entwickelt.

Die Positionspapiere (Position Papers) befassen sich mit zentralen Aspekten der Umsetzung der Unterstützten Beschäftigung und geben die Position der EUSE und zu diesen Themen wieder. Die Umsetzungsleitfäden (How-to-guides) fassen Grundsätze und methodologische Hintergründe zu einigen Kernaspekten der Unterstützten Beschäftigung zusammen.

Download Europäischer Werkzeugkoffer für Unterstützte Beschäftigung (deutsche Gesamtfassung)

Download European Union of Supported Employment Toolkit (englische Gesamtfassung)

 Die Positionspapiere, die Teil der Gesamtfassung des Werkzeugkoffers sind, können auch einzeln herunter geladen werden:

Download 01 Werte, Standards und Prinzipien

Download 02 Orientierung

Download 03 Berufsprofil

Download 04 Betriebliches Praktikum

Download 05 Arbeitsplatzsuche

Download 06 Kontakt mit ArbeitgeberInnen

Download 07 Betriebliche und ausserbetriebliche Unterstützung

Download 08 Bezahlte und unbezahlte Arbeit

Download 09 Entwicklung und Aufstieg

Download 10 UB für Betriebe

Download 11 UB für politische EntscheidungsträgerInnen

3. „Europäischer Werkzeugkoffer für Unterstützte Beschäftigung und Vielfalt“

Der Werkzeugkoffer für Unterstützte Beschäftigung und Vielfalt (englische und deutsch/österreichische Fassung sowie weitere europäische Sprachen: 2014) beinhaltet eine Weiterentwicklung des Werkzeugkoffers UB, um das bewährte Konzept von Unterstützer Beschäftigung auf neue Kontexte und weitere benachteiligte Gruppen zu übertragen. Zwölf Projektpartner, die durchwegs Organisationen der Unterstützten Beschäftigung vertreten, adaptierten den ursprünglichen Werkzeugkoffer und erarbeiteten einen „European Toolkit for Diversity“.

Der Ansatz von Unterstützter Beschäftigung, der in ganz Europa erfolgreich umgesetzt wurde, konnte somit erfolgreich auf andere Klientengruppen übertragen werden. Die Übertragbarkeit auf einen breiteren Personenkreis wird zu einem noch schlüssigeren und konsequenteren Einsatz von Unterstützter Beschäftigung führen. Auf die besonderen Bedürfnisse der Zielgruppen wurde eingegangen, unter Beibehaltung der ursprünglichen Werte und Grundsätze der Unterstützten Beschäftigung.

Es bleibt festzuhalten, dass durch die Entwicklung des „EUSE-Toolkit for Diversity“, die Übertragbarkeit des Ansatzes von Unterstützter Beschäftigung auf andere ausgrenzungsgefährdete Teile der Bevölkerung nun formell anerkannt wurde.

„Werkzeugkoffer für Unterstützte Beschäftigung und Vielfalt“ (deutsch/österreichische Gesamtfassung, Dabei Österreich)

„EUSE-Toolkit for Diversity“ (englische Gesamtfassung)

„EUSE-Toolkit for Diversity“ (andere Sprachen)

Unterstützte Beschäftigung in Europa

Die BAG UB ist Mitglied im europäischen Dachverband für Unterstützte Beschäftigung (European Union of Supported Employment - EUSE). Unterstützte Beschäftigung (Supported Employment) gibt es in den Ländern Dänemark, Deutschland, England, Finnland, Griechenland, Irland, Island, Italien, Niederlande, Nord Irland, Norwegen, Österreich, Portugal, Schottland, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechische Republik, Wales 

Adressen zur Unterstützten Beschäftigung in Europa finden Sie auf der EUSE-Homepage unter
www.euse.org

Außerdem finden Sie nachfolgend einen „Überblick über die Umsetzung von Supported Employment in Europa (2009)“
Download Überblick in Europa 2009

Im Journal of Vocational Rehabilitation (Volume 37, Number 3 / 2012) sind unter dem Titel "Are we Walking Towards Integrated Employment? A Perspective from Europe" mehrere Artikel in englischer Sprache erschienen, in denen die Entwicklung der letzten Jahre und der aktuelle Stand beschrieben wird.

Die EUSE hat zudem verschiedene Qualitätsstandards veröffentlicht. Die Ergebnisse finden Sie im Bereich UB - Qualitätsstandards auf unserer Homepage.

Übergang aus WfbM

Wie kann der Übergang behinderter Menschen aus der Werkstatt für behinderte Menschen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt gelingen? Wie kann das Wunsch- und Wahlrecht bei der Teilhabe am Arbeitsleben für Werkstattbeschäftigte gestärkt werden? Welche Rolle kann dabei das Persönliche Budget spielen? Zu diesen wichtigen Fragen hat das Modellprojekt JobBudget (2008-2011) der "Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL e.V.)" Antworten gesucht, Erfahrungen gesammelt und Lösungen erprobt. An 5 Standorten wurden in Kooperation mit Werkstätten behinderte Menschen beim Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt begleitet. Maßgeblich an JobBudget beteiligt waren führende ExpertInnen der Unterstützten Beschäftigung: die BAG für Unterstützte Beschäftigung, die Hamburger Arbeitsassistenz und Access Integrationsbegleitung aus Erlangen. Ein Ergebnis sind die JobBudget-Leistungsmodule, die zukünftig dazu beitragen können, dass der Weg aus der Werkstatt im Rahmen des Wunsch- und Wahlrechts von der Ausnahme zum Regelangebot werden kann.

Die Leistungsmodule mit Praxismaterialien, Instrumente zur Preiskalkulation der modularen Übergangsleistungen im Persönlichen Budget, die Broschüre "Ich habe meinen Arbeitsplatz gefunden" (mit 67 Beispielen von Menschen, die es geschafft haben, ihren Platz in der betrieblichen Arbeitswelt zu finden – kostenlos zu bestellen beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales) sowie weitere Ergebnisse von JobBudget finden Sie auf der Homepage des bundesweiten Modellprojekts "JobBudget" und auf der Homepage der BAG UB unter Veröffentlichungen.