Angelika Thielicke Vorsitzende 
Foto  Angelika Thielicke

Angelika Thielicke, Jahrgang 1954, verheiratet, vier Kinder und vier Enkelkinder, Studium der Germanistik, Geschichte und Pädagogik, Referendariat für das Lehramt an Gymnasien.

Nach einer längeren Familienpause führte 1994 die Schulentlassung meiner ältesten behinderten Tochter, die nicht in einer WfbM sondern in einem Altentagespflegehaus mitarbeiten wollte, zur Gründung des Vereins spectrum e.V. in Marburg.

Spectrum e.V. ist ein Verein, der versucht, für jeden Menschen mit Behinderung, der dies wünscht – also auch bei sehr hohem Unterstützungsbedarf - inklusive, individuelle, und persönlichkeitsfördernde Alternativen zur Arbeit innerhalb einer Einrichtung zu schaffen - wenn möglich mit dem Persönlichen Budget, wenn notwendig mit der Kooperation einer WfbM.

Dass die gemeinsame Arbeit von behinderten und nichtbehinderten Menschen für alle Beteiligten bereichernd ist, wenn die dazu notwendige Unterstützung im Betrieb zur Verfügung steht, zeigt die an vielen Orten gelebte Praxis.

In der BAG UB arbeite ich mit, weil ich glaube, dass mit der Etablierung der Integrationsfachdiensten zwar der erste Schritt in die richtige Richtung getan wurde, dass wir aber erst dann von Inklusion sprechen können, wenn grundsätzlich jeder behinderte Mensch nicht mehr an besondere und gesonderte Einrichtungen verwiesen wird, sondern die Wahl hat, mit der notwendigen Unterstützung seinem Berufswunsch entsprechend dort zu arbeiten, wo andere nichtbehinderte Menschen auch arbeiten.


Andreas Backhaus

stellvertretender Vorsitzender
 Foto Andreas Backhaus

Andreas Backhaus, Jahrgang 1963, Geschäftsführer der IFD gGmbH in Nürnberg, gelernter Lehrer und vor der Gründung der IFD gGmbH 2001 zehn Jahre in der beruflichen Bildung tätig.

Seit 2003 im Vorstand der BAG UB, seit 2002 stv. Vors. der LAG ifd Bayern e.V., seit 2012 stv. Vors. der BAG UB.

Die IFD gGmbH Nürnberg/Mittelfranken ist ein in jeder Hinsicht rechtlich eigenständiger IFD mit 13 Gesellschaftern aus der beruflichen Rehabilitation und Selbsthilfe.

Unser Selbstverständnis ist die lückenlose Erfüllung der gesetzlich verankerten Aufgaben des Integrationsfachdienstes als der kompetente Ansprechpartner für alle Bereiche der Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit jeglicher Behinderung.

Nach wie vor herrschen größte regionale Unterschiede in der Beauftragung und Arbeitsweise der Integrationsfachdienste. Von daher erscheint es mir weiterhin außerordentlich wichtig, die Daseinsberechtigung und die daraus resultierenden Aufgaben der IFD nach SGB IX nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Die BAG UB ist die einzige bundesweite Vertretung der Integrationsfachdienste und immer beharrlich darum bemüht, die Sachlichkeit der Argumentation in den Vordergrund zu stellen. Wir sind in dieser Hinsicht nach wie vor Vertreter einer Idee und nicht Vertreter einer Institution.

Das gefällt mir ausgesprochen gut und veranlasste meine Kandidatur für den Vorstand für die nächsten drei Jahre.


Dr. Wolfgang Degner

 

Dr. Wolfgang Degner

Dr. Wolfgang Degner, Jahrgang 1953, Geschäftsführender Vorstand Soziales Förderwerk e.V. Chemnitz; Diplomphysiker; Gründungsmitglied des Sozialen Förderwerkes e.V. (Oktober 1994) und seit 1997 im Verein tätig.

Die Arbeit unserer Einrichtung ist schwerpunktmäßig auf die Unterstützung von Menschen mit Behinderung bei der Teilhabe am Arbeitsleben ausgerichtet. Dazu gehören die Trägerschaft von IFD, die Durchführung von "Unterstützter Beschäftigung" (Maßnahme und persönliche Budgets), die externe Durchführung von Werkstattleistungen (EV und BBB) im Rahmen persönlicher Budgets sowie auch die Beteiligung an nationalen und transnationalen Projekten.

Der IFD nimmt aufgrund seiner schnittstellen- und leistungsträgerübergreifenden Ausrichtung einen besonderen Platz im System der Teilhabe am Arbeitsleben ein. Zugleich ist der IFD für viele Beteiligte der Ansprechpartner, so dass ihm auch eine wichtige Lotsenfunktion zukommt. Die Position der IFD zu stärken und die Potenziale zur Erschließung weiterer Aufgabenfelder zu nutzen, ist uns ein wichtiges Anliegen.

Daneben messen wir der unternehmenszentrierten Arbeit hohen Stellenwert bei. Damit Teilhabe am Arbeitsleben erfolgreich gelingen kann, brauchen wir sensibilisierte, gut informierte und bei Bedarf auch gut unterstützte Arbeitgeber. Diesen Ansatz werden wir weiter verfolgen und die Kooperationen mit Leistungsträgern und der Wirtschaft weiter ausbauen.

Das Agieren an den unterschiedlichsten Schnittstellen erfordert, gut vernetzt zu sein und selbst aktive Netzwerkarbeit zu leisten. Dazu wiederum bedarf es einer Vertretung, die diese Anliegen unterstützt. Die BAG UB ist der Verband, der den breiten Handlungsrahmen rund um das Thema "Teilhabe am Arbeitsleben" äußerst engagiert und fachlich kompetent abdeckt und in Gremien vertritt. Daran wollen wir gern mitwirken.

Wir sind seit 2010 Mitglied der BAG UB und sowohl der Fachaustausch über Landesgrenzen hinweg als auch die Nutzung von Weiterbildungs- und Qualifizierungsangeboten ist für uns inzwischen unverzichtbar geworden.

Ich freue mich sehr über die Wahl in der Vorstand der BAG UB und bedanke mich für das damit verbundene Vertrauen.

 

Sabrina Keesen

 

Sabrina Keesen

Sabrina Keesen, Jahrgang 1975, verheiratet, zwei Kinder, Diplom-Pädagogin und Sozialmanagerin M.A.

Nach knapp sechsjähriger Tätigkeit als Fachaufsicht und Abteilungsleiterin der Integrationsfachdienste Mönchengladbach/Neuss und Krefeld/Viersen wechselte ich im Februar dieses Jahres als Leiterin des Berufsbildungsbereichs und Leiterin des Integrationsmanagements zu den Gemeinnützigen Werkstätten Neuss GmbH. Berufliche Stationen waren u.a.: Arbeitsvermittlerin der Arge Duisburg (u-25-Team), Aufbau und Durchführung verschiedener Projekte für und mit benachteiligten Jugendlichen und langzeitzeitarbeitslosen Menschen. Seit Beginn meiner IFD-Zeit ist die Fachtagung der BAG UB für mich ein gesetzter Termin im Jahr. Die Vielzahl der fachlichen Themen, der Austausch und die Diskussion mit Fachkollegen undnicht zuletzt das „Über –den-Tellerrand-Schauen“ ist mir sehr wichtig. Ich freue mich jedes Mal auf einen spannenden und konstruktiven Austausch. Der Vorstand, die Geschäftsführung und die Mitarbeitenden der Geschäftsstelle der BAG UB beeindrucken mich Jahr für Jahr mit ihrer sehr aufwändigen Organisation der BAG UB-Fachtagungen auf inhaltlich hohem Niveau. Diese immer gut besuchten Tagungen weisen auf eine sehr gut funktionierende Gemeinschaft in der Geschäftsstelle hin und auf einen hohen professionellen Anspruch aller Beteiligten.

In den Mitgliederversammlungen wird deutlich, dass die BAG UB auch auf politischer Ebene Gehör für die verschiedenen Interessen Ihrer Mitglieder findet und so inhaltlich an vielen guten Entwicklungen auf dem Gebiet der selbstbestimmten Teilhabe von behinderten Menschen im Arbeitsleben beteiligt ist. Gerade, dass die BAG UB so breit aufgestellt ist, ist eine ihrer Stärken.

Ich danke Ihnen für das mir entgegengebrachte Vertrauen als Vorstandsmitglied an der Entwicklung der BAG UB mitwirken zu dürfen.


Winfried Monz 

 
 Foto Winfied Monz Winfried Monz, Schulleiter der Graf von Galen-Schule Heidelberg

Jahrgang 1954, 2 erwachsene Kinder; Studium der Sonderpädagogik in Heidelberg, Zivildienst in einer WfbM, Referendariat in Karlsruhe; Lehrer an staatlichen und privaten Schulen für Geistigbehinderte seit 1981; Schulleiter seit 1996

Mitglied im Vorstand der Lebenshilfe Heidelberg; Mitglied im Landesvorstand des Verbandes; Sonderpädagogik (vds) Baden-Württemberg; Lehraufträge an Seminaren und Hochschulen; Seit 2006 auch in der Bildungsplanarbeit am Landesinstitut für Schulentwicklung Stuttgart tätig

Meine beruflichen Schwerpunkte und Erfahrungen bezogen sich in den ersten etwa 15 Berufsjahren überwiegend auf die Bereiche Frühförderung und Grundstufe der (damals so genannten) Schule für Geistigbehinderte. Dazu gehörten auch Erfahrungen im gemeinsamen Unterricht und die damit verbundene konzeptionelle Arbeit mit einer gewissen Pilotwirkung für unser Bundesland.

Als Schulleiter habe ich mich intensiv dem Arbeitsfeld Übergang Schule-Beruf gewidmet und mit einem engagierten Team der Schule bzw. Berufsschulstufe erfolgreiche Konzepte hierzu entwickelt. Die nachhaltige Gestaltung von Übergängen aus dem (heute so genannten) „Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung“ und aus dem Gemeinsamen Unterricht auf den allgemeinen Arbeitsmarkt ist seit nun etwa 15 Jahren ein Schwerpunkt der Schulentwicklung.

Die Aktivitäten im Bereich Übergang Schule-Beruf sind eine Netzwerkaufgabe in einem Feld mit bundesweit sehr unterschiedlichen und sich ständig verändernden Rahmenbedingungen. Eine verlässliche, konzeptionell und materiell stabile Ausstattung der Strukturen und Partner ist für eine nachhaltig gelingende berufliche Qualifizierung und Integration von Menschen mit Behinderungen aber unverzichtbar.

An dieser Schnittstelle möchte ich mich im Rahmen der gesamten Vorstandsaufgaben in der BAG UB weiterhin engagieren.

 

Martina
Wagner – Stragies

 

Martina Wagner – Stragies, Jahrgang 1965, verheiratet, Diplom Sozialpädagogin (FH).

Seit 2009 Teamleitung Berufliche Sicherung und seit 2016 Prokuristin in der ifd München Freising gGmbH.

Die Integrationsfachdienst München Freising gGmbH wurde 2005 als eigene gemeinnützige Gesellschaft im Auftrag des Zentrums Bayern Familie und Soziales (ZBFS), des Integrationsamtes Region Oberbayern sowie der Rehabilitationsträger gegründet. Die Gründungsmitglieder kamen aus der ehemaligen Arbeitsassistenz, und bilden heute unter anderem die sechs Gesellschafter des ifd München-Freising. Die ifd München – Freising gGmbH, mit Sitz an den Standorten München, Freising und Ingolstadt, ist sowohl Mitglied im LAG ifd Bayern e.V. wie auch bei der BAG UB.

Durch meine langjährige Berufserfahrung im ifd München Freising erlebe ich tagtäglich wie unerlässlich die Unterstützungsarbeit der Integrationsfachdienste ist, um die Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Einschränkung zu verbessern und wie wichtig es ist, Betriebe kontinuierlich über diese Möglichkeit zu informieren und zu beraten, um somit die Eingliederungschancen für Menschen mit Handicap zu verbessern. Integrationsfachdienste sind für mich hierfür die elementare Schnittstelle.

Ferne habe ich langjährige Berufserfahrung als betriebliche Sozialberaterin in einem international agierenden Industriekonzern und später in einem marktführenden Einzelhandelsunternehmen. Arbeitsschwerpunkte waren unter anderem die Unterstützung und Wiedereingliederung von leistungsgewandelten Mitarbeitern. Für eine gelungene Integration war hierbei eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit sowohl mit dem leistungsgewandelten Mitarbeiter sowie dem Unternehmen unerlässlich.

Als frühere Integrationsfachberaterin und als pädagogische Leitung in Integrationsfirmen für Menschen mit lern und geistigen Einschränkungen sowie seelischen Erkrankungen kam ich 1999 erstmals über meinen damaligen Arbeitgeber cba e.V./ München mit der BAG UB in Kontakt.

Ich freue mich über das in mich gesetzte Vertrauen und bringe als Vorstandsmitglied der BAG UB gerne meine gesammelten Berufserfahrungen aus der Wirtschaft, den Integrationsbetrieben und der Arbeit im Integrationsfachdienst ein. Dabei ist es mir besonders wichtig, aufgrund der regionalen Unterschiede, mich für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess der Integrationsfachdienste einzusetzen. Die BAG UB hat ein vorbildliches Gremium mit Vertretern aus ifd´s, WfbM´s und Schulen geschaffen, das bundesweit Gehör findet und bei der Umsetzung des Inklusionsgedanken in der Arbeitswelt von großem Stellenwert ist. Dies gilt es tatkräftig zu unterstützen.


Thomas Wedel

 
 Thomas Wedel

Thomas Wedel, geboren 1969, Diplom Sozialpädagoge (FH)

Seit 2014 bin ich Werkstattleitung Reha und Integration der BZB gemeinnützige GmbH – Boxdorfer Werkstatt im Norden von Nürnberg. Seit 1996 bin ich als Integrationskoordinator zuständig für den Übergang aus der Werkstatt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Vorher war ich in den Bereichen Resozialisierung, Jugendarbeit und Flüchtlingsarbeit tätig. 1998 war ich Teilnehmer der 1. berufsbegleitenden Qualifizierung zum Integrationsberater der BAG UB. Seit 2004 Referent in der berufsbegleitenden Qualifizierung zum Integrationsberater der BAG UB. Für die BAG WfbM bin ich im Arbeitskreis Bildung und im Auftrag der Lag WfbM Bayern im Lenkungskreis „Begleiteter Übergang WfbM Arbeitsmarkt.“

Die Boxdorfer Werkstatt bietet in 14 Arbeitsgruppen für derzeit 185 Menschen mit vorwiegend Körper- und Mehrfachbehinderungen ein breit gefächertes Arbeitsangebot unter Gewährleistung der erforderlichen pflegerischen und betreuerischen Versorgungsleistungen. Zentrales Anliegen der Boxdorfer Werkstatt ist es, den Beschäftigten einen Arbeitsplatz entsprechend ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten zu bieten und über das Medium Arbeit, sowie über arbeitsbegleitende Angebote Lernanreize zur persönlichen und beruflichen Entwicklung zu bieten.

Hierzu gehört auch und insbesondere das Kennenlernen der Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes durch intensiv begleitete Praktika. Idealerweise haben die Beschäftigten dann die Möglichkeit, sich wirklich entscheiden zu können, welcher Platz für sie der richtige ist. Mit der Maßnahme „arbeit plus“ haben wir über viele Jahre hinweg ein erfolgreiches und finanziertes Modell für diese Begleitung entwickelt.

Eine Werkstatt kann, wenn sie als Lernort verstanden und organisiert wird, ein idealer Platz sein, um Menschen in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Für mich ist es immer wieder faszinierend zu sehen, welche Entwicklung Menschen machen, wenn sie die Möglichkeit haben sich auszuprobieren. Die Methode der „Unterstützen Beschäftigung“ bietet hierfür den richtigen Rahmen. In der derzeitigen Diskussion um die weitere Entwicklung der Teilhabe am Arbeitsleben geht es mir zu sehr in ein „entweder – oder“ und nicht um eine Erweiterung gleichberechtigter Alternativen.

Mir ist wichtig, dass in der BAG UB neben den notwendigen sozialpolitischen Interessenvertretungen und der Beteiligung an gesellschaftlichen Entwicklungen, der ursprüngliche Kerngedanke, nämlich die Verbreitung und die Weiterentwicklung der Methode der „Unterstützen Beschäftigung“ weiterhin seinen Platz hat.