Kurzinformation zur BAG UB

Unsere Ziele - Unsere Aktivitäten - Unsere Erfolge

Geschichte und Vision der BAG UB

  • Die BAG UB gründete sich 1994.
  • Gründungsmitglieder waren engagierte Privatpersonen, Forschungseinrichtungen und Fachdienste im Bereich der Teilhabe am Arbeitsleben.
  • Ziel ist die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes unabhängig von Art und Schwere der Behinderung.
  • Die Erfahrungen weisen überzeugend nach, dass die betriebliche Integration von behinderten Menschen sehr viel häufiger als erwartet gelingen kann, wenn die oftmals besonderen Herausforderungen beachtet werden.
  • Zur Überwindung dieser Herausforderungen übernahm man in Europa das Konzept der Unterstützten Beschäftigung. Dieses war unter dem Begriff Supported Employment in den USA bereits erfolgreich erprobt.

Als Dachverband verfolgt die BAG UB das Ziel, das Konzept der Unterstützten Beschäftigung in Deutschland zu verbreiten und weiter zu entwickeln. Dies soll

  • Selbstbestimmung und Wahlmöglichkeiten behinderter Menschen und
  • ihre umfassende Teilhabe an der Gesellschaft sichern.

Das Spektrum der Mitglieder der BAG UB umfasst Menschen mit Behinderung, Eltern, Fachkräfte, Vereine, Verbände, (Integrations-)Fachdienste, Werkstätten für behinderte Menschen, Schulen und berufliche Bildungseinrichtungen.

Prinzipien „Unterstützter Beschäftigung“

Die Ausgangsfrage „Unterstützter Beschäftigung“ lautet nicht ob, sondern wie, d.h. mit welchen Unterstützungen die Teilhabe am Arbeitsleben gesichert werden kann. Hierbei gelten folgende Prinzipien:

  • Prinzip „individuelle Passung“: Eine betriebliche Eingliederung gelingt umso eher, je mehr die Fähigkeiten der Beschäftigten und die Anforderungen am Arbeitsplatz übereinstimmen.
  • Prinzip „erst platzieren, dann qualifizieren“: Die Qualifizierung der Beschäftigten erfolgt direkt am Arbeitsplatz, unterstützt und koordiniert durch einen externen Fachdienst bzw. Job Coach.
  • Prinzip „Unterstützung so lange wie erforderlich“: Schließlich werden Maßnahmen zur Stabilisierung und Sicherung des Arbeitsverhältnisses initiiert und umgesetzt.
  • Prinzip „Ganzheitlichkeit“: Um eine möglichst langfristige Integration bzw. Inklusion zu sichern, sind die Lebensbereiche Arbeit, Wohnen und Freizeit ganzheitlich, d.h. in ihren jeweiligen Wechselwirkungen zu berücksichtigen.

Bausteine „Unterstützter Beschäftigung“

Unterstützte Beschäftigung ist ein kundenorientiertes Modell, das die unterstützte Person in den Mittelpunkt stellt sowie die konkreten Bedarfe von Betrieben analysiert und gezielt berücksichtigt. Kerninhalte von Unterstützter Beschäftigung sind:

  • Modul A: Vorbereitung durch individuelle Berufsplanung auf der Basis eines differenzierten Interessen-, Fähigkeits- und Kompetenzprofils
  • Modul B: Akquisition eines Arbeits- bzw. Praktikumsplatzes und Erprobung im Betrieb durch direkten Vergleich und fortlaufende „Passung“ von Anforderungen und Fähigkeiten.
  • Modul C: Job Coaching umfasst neben der Unterstützung bei der Einarbeitung am Arbeitsplatz auch die Beratung bei der sozialen Integration im Betrieb. Dies geschieht durch speziell geschulte Fachkräfte (Job Coaches), die jeweils nach Bedarf sowohl für ArbeitnehmerInnen bzw. PraktikantInnen als auch für ArbeitgeberInnen (KollegInnen und Vorgesetzte) zur Verfügung stehen.
  • Modul D: Vermittlung in ein passendes Arbeitsverhältnis und, wenn erforderlich, weiteres „Training on the Job“ durch Anleitung am Arbeitsplatz und Beratung im Betrieb.
  • Modul E: Stabilisierung des Arbeitsverhältnisses nach Abschluss des Arbeitsvertrages und, wenn erforderlich, weitergehende Unterstützung sowie Krisenintervention für ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen.

Fallmanagement durch Information, Beratung und Unterstützung:
Ein externer Fachdienst bzw. Job Coach initiiert und begleitet den gesamten Prozess in enger Abstimmung mit den Beschäftigten, Betrieben und weiteren relevanten Akteuren im Umfeld (z.B. Schulen, Bildungsanbieter, Werkstätten für behinderte Menschen).

Aktivitäten und Erfolge

Der Erfolg des betriebsnahen und einzelfallorientierten Konzepts Unterstützte Beschäftigung wurde durch mehrere Studien belegt. Dabei wurde auch eine günstige Kosten-Nutzen-Bilanz nachgewiesen (s. Doose, S.: Unterstützte Beschäftigung – Berufliche Integration auf lange Sicht. Marburg 2006).
Das Konzept Unterstützte Beschäftigung ist von der gesetzlich verankerten Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“ zu unterscheiden. Basierend auf den Qualitätsstandards des europäischen Dachverbandes gilt das Konzept unabhängig von Art und Schwere einer Behinderung und zielt auf bezahlte Arbeit in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes - auch dann, wenn ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis nicht erreicht werden kann.

Die BAG UB setzt sich für die Verbreitung Unterstützter Beschäftigung durch verschiedene Aktivitäten ein:

  • Mitgliedschaft im europäischen Dachverband (European Union of Supported Employment - EUSE): Transnationaler Austausch und Weiterentwicklung des Konzeptes mittels Projekten und Fachtagungen
  • Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen sowie für Dienste und Fachkräften aus dem Bereich der beruflichen Rehabilitation auf Bundes- und Länderebene
  • Information und Beratung: Informations- und Beratungsstelle, Fachzeitschrift „impulse“ und umfassendes Informationsangebot der BAG UB im Internet
  • Weiterbildung und Qualitätssicherung durch kundenorientierte Fort- und Weiterbildungsangebote zur Professionalisierung der Integrationsarbeit
  • Austausch und Vernetzung: Durch eine jährliche Fachtagung, Seminare und Vorträge, sowie die Informations- und Beratungsstelle entstehen vielfältige neue Partnerschaften und Netzwerke.
  • Integrationsfachdienste (IFD): Die BAG UB hat als Interessenvertretung die gesetzliche Verankerung der IFD mitbewirkt, die für Vermittlung und Begleitung im Arbeitsleben zuständig sind.
  • Unterstützte Beschäftigung (UB): Nach der gesetzlichen Einführung der Maßnahme UB nach § 38a SGB IX Ende 2008 gilt es, die erfolgreichen Standards der Vorläufermodelle bundesweit umzusetzen und weiter zu entwickeln.
  • Persönliches Budget: Unser Ziel ist es, die Nutzungsmöglichkeiten des Persönlichen Budgets in den Bereichen Arbeit und Ausbildung zu festigen und auszubauen.
  • Arbeitsassistenz: Die BAG UB forcierte die Verankerung des Rechtsanspruchs auf Arbeitsassistenz (z.B. Vorlesekraft für blinde Menschen) im Schwerbehindertenrecht.
  • Übergang Schule – Beruf: Die BAG UB setzt sich für einen effektiven Übergang von Jugendlichen aus der Schule in den Beruf ein.
  • Übergang Werkstatt für behinderte Menschen – allgemeiner Arbeitsmarkt: Die BAG UB stellt Konzepte für eine professionelle Begleitung zum Übergang aus der WfbM in Betriebe des allgemeinen Arbeitsmarktes zur Verfügung.

Die Erfahrungen zeigen, dass von der Praxis der Unterstützten Beschäftigung

  • sowohl die Beschäftigten und Arbeitsuchenden
  • als auch die Betriebe profitieren.

Die erfolgreichen Beispiele bewirken eine Verbreitung integrativer bzw. inklusiver und innovativer Angebote zur Teilhabe am Arbeitsleben.

Werden auch Sie Mitglied in der BAG UB! Ihre Mitgliedschaft sichert die Umsetzung der Ziele Teilhabe, Selbstbestimmung und Wahlmöglichkeiten!